|
1
|
Eine sorgfältige Mundhygiene mit fluoridhaltiger
Zahnpasta (mindestens zweimal pro Tag) ist die Basis des Erfolgs.
Eine korrekte Zahnputztechnik lernt man nicht von selbst, sie
muss vielmehr systematisch eingeübt werden. Eltern sollten bei
ihren Kindern mindestens bis zum Schulalter die Zähne nachputzen.
Aber auch Jugendliche und Erwachsene bedürfen der individuellen
Anleitung. Neben einer geeigneten Zahnbürste, die regelmäßig ausgetauscht
werden muss, empfiehlt sich ab dem Jugendalter die Verwendung
weiterer Hilfsmittel (z.B. Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten),
um schwer zugängliche Nischen zu erreichen. Abends nach dem Zähneputzen
sollten keine zuckerhaltigen Getränke oder Nahrungsmittel mehr
konsumiert werden.
|
|
|
|
|
|
2
|
Neugeborene sollten bis zum 2. Lebensjahr eine
Kombination von
Fluorid und Vitamin D in Tablettenform als kombinierte Karies-Rachitis-
Prophylaxe erhalten, sofern sie keine Fertignahrung bekommen,
die fluoridhaltig ist bzw. mit fluoridhaltigem Mineralwasser zubereitet
wurde.
|
|
|
|
|
3
|
Vom 3. Lebensjahr an sollte eine lebenslange
regelmäßige Kariesprophylaxe mit Fluoriden durch konsequente Verwendung
von fluoridiertem Jodsalz erfolgen, wenn keine anderen systematischen
Fluoridierungsmaßnahmen (z.B. Tablettenfluoridierung) durchgeführt
werden.
|
|
|
|
|
4
|
Kleinkinder sollen nach dem Durchbruch der ersten
Zähne im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen auch zahnmedizinisch
untersucht werden. Die zu empfehlenden Verhaltensweisen oder Maßnahmen
sollten unter Berücksichtigung des individuellen Erkrankungsrisikos
erfolgen.
|
|
|
|
|
5
|
Vom Schulalter an ist die wöchentliche abendliche
Anwendung von Fluoridgelee, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen
mit erhöhtem Kariesrisiko, sehr zu empfehlen.
|
|
|
|
|
6
|
Bei Kindern und Jugendlichen sollten tiefe
Fissuren und Grübchen, bevorzugt der bleibenden Backenzähne, durch
Versiegelungen vor Karies geschützt werden (Fissurenversiegelung).
|
|
|
|
|
7
|
Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung
kommt nicht nur der Allgemeingesundheit, sondern auch der Mundgesundheit
zugute. Fehler in der Ernährung hingegen gefährden die Zähne.
So kann es z.B. bereits im Kleinkindalter durch Dauernuckeln zuckerhaltiger
Flüssigkeiten aus Saugerflaschen zu schweren Gebissschäden kommen.
Auch im späteren Alter können bestimmte Ernährungsgewohnheiten
wie z.B. häufige, in kurzen Abständen erfolgende Einnahmen zucker-
und/oder säurehaltiger Speisen und Getränke eine starke Belastung
für die Zähne darstellen. Deshalb sollte der häufige, über einen
längeren Zeitraum verteilte Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel
vermieden werden. Der unangemessene Einsatz von Nahrungs- und
Genussmitteln kann auch für den Zahnhalteapparat gefährlich werden.
So erhöht z.B. starkes Rauchen das Risiko für parodontalen Knochenabbau.
|
|
|
|
|
|
8
|
Durch kräftiges Kauen beim Essen wird der Speichelfluss
angeregt, wodurch sich das Risiko einer Kariesentstehung verringert.
Auch das Kauen von (zuckerfreiem) Kaugummi kann den Speichelfluss
fördern, was z.B. dann zu erwägen ist, wenn nach dem Genuss von
Zwischenmahlzeiten keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht.
|
|
|
|
|
9
|
Die Häufigkeit des Zahnarztbesuches richtet
sich nach dem Erkrankungsrisiko. Kinder und Jugendliche sollten
mindestens zweimal im Jahr, Erwachsene mindestens einmal zur Kontrolle
den Zahnarzt aufsuchen. Frühzeitig erkannte Schäden lassen sich
heute unter günstigen Voraussetzungen rückgängig machen (remineralisieren),
in ihrer Ausbreitung aufhalten oder im Bedarfsfall sehr substanzschonend
beheben. Auch parodontale Erkrankungen lassen sich vielfach erfolgreich
bekämpfen, wenn man ihre Ursachen (Anlagerung bakterieller Beläge)
in einem frühen Stadium durch geeignete Maßnahmen beseitigt.
|
|
|
|
|
10
|
Kinder und Erwachsene aller Altersstufen profitieren
von Vorbeugung vor Karies und parodontalen Erkrankungen. Auch
bei Erwachsenen können neben Trainingsprogrammen zur Verbesserung
der Mundhygiene risikogerecht vorgenommene Lokalfluoridierungen
und weitere Behandlungen angebracht sein. Dazu zählt z.B. die
gezielte Senkung der Zahl von Keimen, die für die Mundgesundheit
schädlich sind.
|