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28.04.2017

Parodontalerkrankungen rückläufig, doch Therapie beginnt häufig zu spät

Wer seine Parodontitis zu spät behandeln lässt, riskiert es, Zähne zu verlieren, die eigentlich erhalten werden könnten. In einer Presseveranstaltung zum jährlichen „Zahnreport“ riet der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Dr. Christoph Straub, Betroffenen, frühzeitig zum Zahnarzt zu gehen und dessen Therapie-Empfehlungen auch konsequent umzusetzen. 

Zwar haben sich Parodontalerkrankungen beinahe zu einer Volkskrankheit entwickelt, doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Zahl der Erkrankungen nimmt seit 2005 kontinuierlich ab. Das beweisen die Ergebnisse der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie DMS V, die im vergangenen Jahr vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) durchgeführt und veröffentlicht wurde. Laut Studie hat sich das Auftreten von Parodontalerkrankungen bei der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) in dieser Zeit halbiert. Auch bei den jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) gibt es einen deutlich rückläufigen Trend. 

Verantwortlich für das gute Ergebnis ist ein zunehmend verbessertes Bewusstsein für die Mundgesundheit und die von vielen Menschen regelmäßig in Anspruch genommene Professionelle Zahnreinigung. 

Während das mit einer Parodontitis häufig einhergehende Zahnfleischbluten früher kaum Beachtung fand, achten die Menschen heute mehr auf die Gesundheit ihres Mundes und ihrer Zähne. Im Land Brandenburg nahmen im Jahr 2016 über 31.000 Patienten eine Parodontitisbehandlung in Anspruch – ein Anstieg um ca. 63 Prozent, vergleicht man die Zahl mit den Behandlungen 2002. Damals waren es gerade einmal 19.000.

Anlass zur Sorge bereitet den Zahnärzten die Tatsache, dass sich viele Patienten erst spät, manchmal zu spät, für eine Parodontitistherapie entscheiden oder sie vorzeitig abbrechen. Dabei ist eine Parodontitis keine ungefährliche Krankheit. Sie kann chronisch verlaufen und bestehende Erkrankungen, wie Diabetes und Herzkrankheiten negativ beeinflussen.

Dr. Eberhard Steglich, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg, möchte das Bewusstsein der Patienten für ihre Mundgesundheit schärfen und setzt dabei auf umfangreiche Information durch die Zahnarztpraxen, und die Patientenberatung der KZVLB.