Impfen ist auch immer eine Vertrauenssache

Impfen ist eine originäre ärztliche Tätigkeit und Impfstoffe sind Arzneimittel, die nur ein Arzt verordnen darf. In den äußert seltenen Fällen von Komplikationen und unerwarteten Nebenwirkungen einer Impfung muss die Anwesenheit eines Arztes gewährleistet sein, um sofort optimale Hilfe leisten zu können. Vor diesem Hintergrund sollte die Corona-Impfkampagne im Land Brandenburg ausschließlich von ärztlichen Heilberuflern getragen und weiter vorangetrieben werden. Die mit großem Abstand stärkste Säule der Corona-Impfkampagne im Land Brandenburg sind die ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte. Sinnvoll und zielführend unterstützt werden, können sie von den Zahnärzten. Dazu äußern sich die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB). 

MUDr./ČS Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KVBB: „Die ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten stellen aktuell einen Impfrekord nach dem anderen auf. In der vergangenen Wochen waren es 136.915 Impfungen, so viel wie nie zuvor in sieben Tagen. Das zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger am liebsten von den Ärztinnen und Ärzte impfen lassen, die sie häufig schon seit vielen Jahren kennen und denen sie vertrauen. Trotz nicht ausreichend gelieferter Impfstoffmengen haben wir mit den aktuellen Impfzahlen jetzt ein Niveau erreicht, dass sich von den Praxen allein nur noch bedingt steigern lässt. Um die Impfkampagne nun breiter aufzustellen, sind die Zahnärztinnen und Zahnärzte die ersten Ansprechpartner, wenn endlich mehr Impfstoffe zur Verfügung stehen. Denn auch hier gibt es ein enges Arzt-Patienten-Verhältnis.“ 

Dr. Eberhard Steglich, Vorstandsvorsitzender der KZVLB: „Wir haben immer gesagt, dass wir bereit stehen, die Impfkampagne im Land Brandenburg zu unterstützen. Wir haben bereits viele Rückmeldungen von Zahnärztinnen und Zahnärzten landesweit, die sich an der Impfkampagne beteiligen wollen. Damit wir loslegen können, müssen nun schnellstmöglich die Voraussetzungen geschaffen werden. Das betrifft insbesondere die notwendigen Schulungen sowie offene Fragen der Abrechnung, der Dokumentation und die Haftpflicht. Eine Konkurrenz um Impfstofflieferungen zu Lasten der Ärzte wollen wir jedoch nicht.“