Gesprächsrunde mit Ministerin Golze im MAGSF

Kernthema der Gesprächsrunde im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASGF) war die Frage: Wie kann die zahnärztliche Versorgung in allen Regionen des Landes Brandenburg zukunftsfest gesichert werden? Auch wenn aktuell kein Anlass zur Sorge besteht – spätestens in zehn Jahren werden sich viele Zahnärzte, die heute um die 60 sind, in den Ruhestand verabschiedet haben. Bis dahin müssen alle Anstrengungen gebündelt werden, um die Praxisnachfolge zu sichern. Die Gründung Medizinischer Versorgungszentren ist dafür der falsche Weg, denn die entstehen nicht in der Fläche, sondern hauptsächlich in Ballungszentren und üben dort eine Sogwirkung aus: Weil eine Angestelltentätigkeit für viele junge Zahnärzte derzeit attraktiver ist, als die Niederlassung, ziehen die MVZ die jungen Zahnmediziner an, die eigentlich in der Fläche gebraucht werden. Wenn es der Politik und Standespolitik nicht gelingt, gemeinsam für attraktive Rahmenbedingungen zu sorgen, die zur Niederlassung in Mittel- und Kleinstädten bzw. im ländlichen Raum einlädt, wird dies die Bedingungen für die Einwohner verschlechtern und die Abwärtsspirale in einigen Regionen beschleunigen. 
Ebenso wichtig für den Erhalt der Praxen ist die Entlastung vor überbordender Bürokratie und überzogenen Forderungen bei Praxisbegehungen. 

Angesprochen wurde auch die leistungsfeindliche Degression, die sich besonders dort auswirkt, wo Praxen schließen und Patienten von noch bestehenden Praxen übernommen werden. Trotz nicht überschrittener Budgets würden diese Zahnärzte für ihre Mehrarbeit mit Degression bestraft. An dieser Stelle erging die Aufforderung an die Ministerin, die Regelung in Gebieten abzuschaffen, in denen ein bestimmter Grad der Versorgung unterschritten wird. 

Kammer und KZV berichteten im Gespräch von ihren vielfältigen Anstrengungen, sich für die Niederlassung im Land Brandenburg einzusetzen. Die Bereitschaft ist groß, auch mit außergewöhnlichen Aktionen für den Standort Brandenburg zu werben, beispielsweise mit einer Kampagne für junge Zahnmediziner, die Begleitung und Niederlassungsberatung sowie die Vernetzung mit den Regionen. 

Es bleibt viel zu tun, doch die Anstrengungen der Zahnärzte stoßen auf offene Ohren im Ministerium.