Vorstandsvorsitzender der KZV Land Brandenburg widerspricht Kritik des Bundesrechnungshofs an KFO-Behandlungen

Der Vorsitzende des Vorstandes der KZVLB, Dr. Eberhard Steglich, wandte sich gegen den Bericht des Bundesrechnungshofs, in dem die Finanzbehörde eine Verdopplung der Ausgaben für kieferorthopädische Behandlungen bei zweifelhaftem Nutzen kritisiert. In dem Ergänzungsband zum Jahresbericht 2017, der am 24. April veröffentlicht wurde, heißt es, die Zahl der Behandlungsfälle habe stark zugenommen, obwohl der Nutzen der kieferorthopädischen Behandlung nicht nachgewiesen sei. Ebenso seien die Fallkosten erheblich gestiegen - der Bundesrechnungshof ging von einer Verdoppelung im Zeitraum von 2008 bis 2016 aus. Weiterhin wurde die fehlende Versorgungsforschung in diesem Bereich bemängelt.
Für das Land Brandenburg kann der Vorstandsvorsitzende, der selbst seit dem Jahr 1983 als Kieferorthopäde in eigener Praxis tätig ist, die Zahlen nicht bestätigen. Seit 2008 erhöhte sich die Anzahl der Fälle um gerade einmal 8 Prozent. Auch die Vorwürfe in Bezug auf die Kostensteigerungen sind für Dr. Steglich nicht nachvollziehbar. Der durchschnittliche Kassenanteil je Fall für die kieferorthopädische Behandlung ist seit 2008 in den in Brandenburg zugelassenen Praxen um 20 Prozent gestiegen. Damit kann von einer Verdoppelung der Kosten je Behandlungsfall in Brandenburg keine Rede sein.
Den medizinischen Nutzen der kieferorthopädischen Versorgung hält Dr. Steglich für unumstritten, was auch durch zahlreiche Studien belegt wurde. Dennoch spreche nichts gegen mehr Versorgungsforschung.
Die kieferorthopädische Versorgung ist durch die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt. Sie unterliegt weiterhin dem Wirtschaftlichkeitsgebot (ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich), sofern Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden.