Gemeinsamer Brief der Landeszahnärztekammer und der KZVLB an die brandenburgischen Zahnärzte

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das Coronavirus hat uns mittlerweile mehr oder weniger im Griff.

Die Landeszahnärztekammer Brandenburg und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg bemühen sich, die Arbeitsfähigkeit der Praxen soweit wie möglich zu sichern. Hierzu haben wir schon vor etwa drei Wochen Bedarfsmeldungen für die personellen Schutzausrüstungen auf Bundesebene abgegeben. Gleichzeitig versuchen wir auf unseren Internetseiten, Sie über den aktuellen Stand zu informieren.

Auf unseren Internetseiten finden Sie den Videomitschnitt der Infoveranstaltung der LZÄKB, KZVLB und des brandenburgischen Gesundheitsministeriums am 16. März 2020 zur aktuellen Situation mit dem offiziell genannten „SARS-CoV-2“.

Die Lage ist sehr dynamisch. Die LZÄKB und KZVLB haben deswegen entschieden, diese Informationen per Papier als Sonderrundschreiben zu verbreiten, da dies von einigen Kollegen kritisch angefordert wurde. Wir werden es gleichzeitig per Mail versenden und auf den Internetseiten beider Körperschaften einstellen.

Der KZVLB ist es in Gesprächen mit den Kliniken in Cottbus, Potsdam und Eberswalde gelungen, eine Vereinbarung über die Behandlung von positiv getesteten zahnärztlichen Notfallpatienten (strengste Indikation) zu treffen.

Den Körperschaften ist die prekäre Lage in den Praxen aufgrund fehlender persönlicher Schutzausrüstung (PSA) absolut bewusst. Wir versuchen daher, auf allen möglichen und unmöglichen Kanälen ein verteilungsfähiges Kontingent zu beschaffen. Eine seriöse Aussage darüber, wann und in welcher Anzahl ein Kontingent an PSA zur Verfügung steht, kann momentan gleichwohl nicht getroffen werden. Wir bitten daher, zum jetzigen Zeitpunkt von entsprechenden Anfragen abzusehen. Sobald wir mehr wissen, werden wir alle Praxen unaufgefordert und unverzüglich informieren.

Den Körperschaften ist bewusst, dass in diesen schwierigen Zeiten auch viele Fragen nach finanzieller Unterstützung und Erleichterungen auftauchen. Die LZÄKB hat auf ihrer Internetseite alle wesentlichen Informationen zur Kurzarbeit und zu den finanziellen Erleichterungen und Unterstützungsmöglichkeiten eingestellt.

Die Internetseite wird laufend den aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Wir haben diesem Rundschreiben den Aufruf des Präsidenten der BZÄK, Herrn Dr. Peter Engel und des Vorsitzenden der KZBV, Herrn Dr. Wolfgang Eßer vom 22. März 2020 beigefügt (dieser ist bereits auf der Internetseite der LZÄKB eingestellt).

 

Mit kollegialen Grüßen

J. Herbert
Präsident der LZÄKB

Dr. E. Steglich
Vorsitzender der KZVLB

Aktuelle Situation zum Corona-Virus

Gemeinsame Informationen der Landeszahnärztekammer und der KZVLB

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch die KZV Land Brandenburg (KZVLB) und die Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZK) sind sich darüber bewusst, dass die aktuelle Situation die Brandenburger Zahnarztpraxen vor besondere Herausforderungen stellt. Insofern nehmen wir Ihre Anrufe und Hinweise weiterhin ernst und bemühen uns nach besten Kräften, mit Ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden.

In dieser unübersichtlichen Lage kommt es auf uns alle an. Unser berufliches Ethos und der uns übertragene Sicherstellungsauftrag gebieten es, alles zu tun, um die zahnärztliche Versorgung der Patienten sicherzustellen. Insofern bitten wir Sie, Ihren Praxisbetrieb so zu organisieren, dass die Arbeitsfähigkeit möglichst lange erhalten bleibt. Auch wenn wir davon ausgehen müssen, dass sich die Situation ständig und sehr schnell ändert, werden wir Sie im Rahmen des Möglichen in enger Zusammenarbeit der Körperschaften informieren. Bitte halten Sie sich über unsere Internetseiten auf dem Laufenden.

Neben den dort veröffentlichten Informationen möchten wir Sie jedoch noch auf Folgendes hinweisen:

1. Praxisschließungen 

In Brandenburg veranlassen allein die örtlichen Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte eine Quarantäne bzw. Praxisschließung. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg und die Landeszahnärztekammer Brandenburg schließen keine Praxen und rufen ausdrücklich nicht zur Praxisschließung auf.

Sollten Sie von einer Schließungsverfügung betroffen sein, bitten wir Sie gleichwohl,

  • die KZV Land Brandenburg hierüber zu unterrichten,
  • anzuzeigen, durch wen, soweit möglich, eine Vertretung gewährleistet wird.

Entsprechende Meldungen bitten wir an Frau Ariza Romero, ausschließlich per E-Mail (zulassung(at)kzvlb.de), zu richten.

Wir gehen davon aus, dass jeder Vertragszahnarzt sich seines Sicherstellungsauftrages bewusst ist und im Schulterschluss mit seinen Kollegen diese Situation meistert, damit keine übermäßigen Belastungen zu Lasten Einzelner anzutreffen sind.

Insbesondere bitten wir jedoch, den Notdienst abzusichern.

2. Hygiene- und Schutzkleidung

Das Vorhalten von Hygiene- und Schutzartikeln ist keine hoheitliche Aufgabe der Körperschaften.

Gleichwohl hat die KZV Land Brandenburg unlängst eine Bedarfsmeldung an Schutzkleidung (Mundschutz, Masken, Schutzhandschuhe etc.) sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel hochgerechnet auf alle Zahnarztpraxen für die nächsten Monate an das Brandenburger Gesundheitsministerium übergeben.

Trotzdem können staatliche Stellen oder gar Kammer und KZV leider nicht garantieren, ob, wann und in welcher Zahl die beantragten Hilfsmittel tatsächlich zur Verfügung stehen werden. Hier wird es langfristig eine Aufgabe der Körperschaften sein, gegenüber Politik und Verwaltungen eine Verlagerung von Produktionsstätten nach Europa und den Aufbau einer Hilfsmittelreserve nachhaltig durchzusetzen.

Für die konkrete Entlastung der Praxen bereits in einer – noch nicht offiziell ausgerufenen – Notfallsituation, in der Mund-Nase-Schutzmasken und/oder FFP-Atemschutzmasken nicht mehr in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, hat das Robert-Koch-Institut eine Empfehlung zum ressourcenschonenden Einsatz der Masken informiert (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf?__blob=publicationFile).

Zuoberst steht weiterhin die Eigenverantwortung jedes einzelnen Praxisinhabers. Sie und Ihr Praxisteam können die Infektionslage und nötige Schutzmaßnahmen vor Ort am besten einschätzen, Ihren Praxisbetrieb entsprechend organisieren und den aktuellen Notwendigkeiten anpassen. Sie können auch mit einer örtlichen Apotheke die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln vereinbaren.

3. Sicherstellung der (vertrags)zahnärztlichen Regelversorgung (reduzierte Sprechstundenzeiten)

Nach Abklärung und Ausschluss von besonderen Infektionsrisiken seitens des Patienten entscheidet der Zahnarzt mit dem Patienten, ob eine geplante Behandlung unter den vorherrschenden Gegebenheiten aufgeschoben oder durchgeführt werden soll.

Im Ergebnis der vorgenannten Abwägung und unter Beachtung etwaiger Behandlungsausfälle (ggf. aufgrund fehlender Hygiene- und Schutzartikel) können die Sprechstundenzeiten entsprechend reduziert werden. Reduzierte Sprechstundenzeiten sind der KZV Land Brandenburg anzuzeigen. Bei reduzierter Sprechstundenzeit muss eine Erreichbarkeit für Notfälle innerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten gegeben sein. Bei Praxisschließungen ist für eine Vertretung zu sorgen.

4. Arbeitsfähigkeit der KZV Land Brandenburg und der Landeszahnärztekammer Brandenburg

Auch die Arbeitsfähigkeit der Körperschaften ist ungewiss, da auch wir von Schließungen betroffen sein können.

Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben beide Körperschaften für diesen Fall auch Vorkehrungen getroffen, um auch weiterhin für Sie erreichbar zu sein und Notarbeiten durchführen zu können.

Die KZV Land Brandenburg hat Vorkehrungen dafür getroffen, dass die Zahlungsflüsse an die Vertragszahnärzte auch im Falle eines Shutdowns weitestgehend gewährleistet sind.

Jürgen Herbert, Präsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg
Dr. Eberhard Steglich, Vorsitzender des Vorstandes der KZVLB